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Gute Mobilität

Gute Mobilität muss — wie Krankenhäuser, Feuerwehr und Schulen — als wesentlicher Bestandteil der Daseinsfürsorge verstanden werden. Denn ohne Straßen, Schiene, Rad- und Fußweg käme kein Rettungswagen an sein Ziel, niemand rechtzeitig zum Unterricht oder zur Arbeit. Aber auch das Flanieren an der Weser oder die Radtour im Blockland wären nicht möglich. Wir alle wollen einfach unterwegs sein.

Für uns bewegt sich gute Mobilität entlang von fünf Dimensionen: Sie ist verlässlich und sicher, damit einfache Wege zur Arbeit, zur Pflege oder nachts zur Schicht selbstverständlich werden. Sie bringt Menschen zusammen, unabhängig von Einkommen, Wohnort oder Tageszeit. Sie ist barrierefrei und inklusiv, damit wirklich alle unterwegs sein können. Sie ist vielfältig und flexibel — zu Fuß, mit dem Rad, dem ÖPNV oder dem Auto, wenn notwendig. Und sie schützt Umwelt und Klima, für uns und unsere Kinder.


Gründe für gute Mobilität

Gute Mobilität ist Teil der Daseinsfürsorge. Das Bremische ÖPNV-Gesetz hält in §2 fest: „Die Sicherstellung einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge."

Die Bremer Politik steht geschlossen hinter dem Verkehrsentwicklungsplan 2025, der die Bedingungen für gute Mobilität aufgreift. Gute Voraussetzungen, um nun eine verbindliche Umsetzung zu verankern.

Jeder investierte Euro in den Nahverkehr bringt einen dreifachen wirtschaftlichen Nutzen. Der ÖPNV spart aktuell jährlich bundesweit 9 Milliarden Euro Folgekosten des Autoverkehrs ein — Klimafolgen, Lärmbelastung und Unfälle eingerechnet. Arbeitsplätze im ÖPNV haben dabei eine besondere wirtschaftliche Qualität: sie sind lokal gebunden, krisenresistenter und nicht ins Ausland verlagerbar.

57 % der Auto- und Motorradfahrer*innen in Bremen könnten sich vorstellen, bei Einführung eines ticketlosen ÖPNV weniger Auto zu fahren. Eine breite Mehrheit der Bremer*innen ist laut Umfragen für den Ausbau des Umweltverbunds aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr. 60 % der Bremer*innen würden sich bei einem Volksentscheid für einen ticketlosen ÖPNV entscheiden. Ein besserer Umweltverbund würde also dazu beitragen, den angespannten Straßenverkehr erheblich zu entlasten.


Status Quo in Bremen

Der Wandel zur nachhaltigen Mobilität in Bremen steht still. Trotz klarer Fakten tritt die Politik auf der Stelle. Die im Koalitionsvertrag beschlossenen Maßnahmen sind unkonkret, ungenügend und bei der Umsetzung hakt es gewaltig. Von den Maßnahmen aus dem Verkehrsentwicklungsplan 2025 ist nur ein Bruchteil realisiert.

Zentrale politische Ziele wie die Vision Zero, sichere Rad- und Gehwege, Barrierefreiheit im Nahverkehr und Klimaneutralität bis 2038 sind zwar in den Strategien verankert. Ihre Umsetzung bleibt jedoch weitgehend aus. Verwaltung und Politik verlieren sich in langwierigen Abstimmungen — es fehlen Mut, Tempo und klare Verantwortlichkeiten.

Dabei wissen wir längst, was zu tun ist. Es stehen bereits alle am Prozess Beteiligten hinter den notwendigen Maßnahmen. Wir müssen nicht mehr begründen, warum es eine Verkehrswende braucht. Die politischen Verantwortlichen müssen erklären, warum sie die dringend notwendige Transformation aufschieben.


Unsere Vision

Mobilität in Bremen und Bremerhaven soll unabhängig von Alter, Geschlecht, Einkommen und persönlichen Mobilitätsbeeinträchtigungen sowie von Lebenssituation, Herkunft oder individueller Verkehrsmittelverfügbarkeit gewährleistet werden. Je höher die Qualität und je besser die Zugänglichkeit vielfältiger Bewegungsmöglichkeiten, desto nachhaltiger sind wir alle unterwegs.

In Bremen und Bremerhaven sollen alle Menschen einfach unterwegs sein — jederzeit, überall. Das bedeutet fahrscheinfreien Nahverkehr, damit Bus und Bahn für alle erreichbar sind. Verlässliche, barrierefreie Wege für eine lebendige Stadt ohne Hindernisse. Sicheres Radfahren überall und jederzeit. Und ein Bremen mit Zukunft, das auf nachhaltige Mobilität setzt, um Lebensqualität und Klimaschutz zu verbinden.

Zum Volksentscheid

FAQ: Fragen und Antworten

Warum brauchen Bremen und Bremerhaven diesen Volksentscheid?

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Bremen und Bremerhaven haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Politisch beschlossene Ziele werden seit Jahren verschleppt, was durch steigende Baukosten unnötig Geld kostet und das Vertrauen der Bürger*innen in die Problemlösungskompetenz der Demokratie untergräbt. Zudem mangelt es an Transparenz und gelungener Kommunikation, um die Ziele verständlich einzuordnen. Der Volksentscheid sorgt dafür, dass Verantwortlichkeiten klar und Fortschritte messbar werden.

Was sind die zentralen Probleme der bisherigen Verkehrspolitik?

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Politische Mehrheiten für Veränderungen werden nicht ins Handeln übersetzt. Maßnahmen und Ziele haben bei Verfehlung keine Konsequenzen. Es fehlen Zeitpläne, Zwischenziele und eine klare Priorisierung. Strukturelle Defizite führen zu politischen Reibungsverlusten statt zu Ergebnissen.

Was ist die Lösung von Einfach Unterwegs?

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Ein verbindliches Mobilitätsgesetz, das für folgende Bereiche messbare Ergebnisse vorgibt, deren Einhaltung durch Monitoring und Klagemöglichkeiten garantiert wird: Klimaneutralität im Verkehrssektor gemäß Bremischem Klimaschutzgesetz bis 2038, beschleunigte Umsetzung der bereits seit 2022 gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit im ÖPNV, konsequente Umsetzung der Vision Zero, und verbindliche Ziele für den Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den Umweltverbund.

Darüber hinaus setzt das Gesetz den Rahmen für die Verbindlichkeit des bestehenden Verkehrsentwicklungsplans, den beschleunigten Ausbau von Netz und Angebot, gute Arbeitsbedingungen und perspektivisch Fahrscheinfreiheit, den bedarfsorientierten Ausbau für sicheren Rad- und Fußverkehr, sowie die Schaffung des rechtlichen Rahmens für Umlagen zur Finanzierung von ÖPNV-Ausbau und Fahrscheinfreiheit.

Warum ein Volksentscheid?

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Der Volksentscheid stärkt die Demokratie und schafft Verlässlichkeit: Wir beenden die Unverbindlichkeit politischer Beschlüsse durch ein Gesetz, das tatsächlich umgesetzt werden muss. Mobilität braucht Planung über Jahrzehnte — der Volksentscheid sichert diesen Weg über Legislaturperioden hinweg ab. Ein klares Signal der Bevölkerung sorgt für den nötigen Druck, um blockierte Prozesse in der Verwaltung aufzulösen.

Wie läuft ein Volksentscheid ab?

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Phase 1 (Volksinitiative): 5.000 Unterschriften sammeln, ab Frühjahr 2026. Phase 2 (Volksbegehren): 25.000 Unterschriften, voraussichtlich ab Herbst 2026. Phase 3 (Abstimmung): voraussichtlich zusammen mit der Bürgerschaftswahl 2027.

Richtet sich das Gesetz gegen Autofahrende?

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Nein. Einfach Unterwegs setzt auf einen starken Umweltverbund, damit das Auto dort genutzt werden kann, wo es notwendig bleibt. Schon heute sagt die Hälfte der Autofahrenden, dass sie in einen deutlich ausgebauten Umweltverbund umsteigen würde. Wenn wir dieses Potenzial auch nur teilweise aktivieren, entlastet das die Straßen für alle. Das Gesetz setzt den notwendigen Rahmen, um den Umstieg attraktiv und einfach zu machen.

Gibt es dafür Rückhalt in der Bevölkerung?

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Ja. Wiederholte Umfragen seit 2019 zeigen: Eine breite Mehrheit unterstützt den Ausbau von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr. Mehr als die Hälfte der Autofahrenden würde ihr Auto häufiger stehen lassen, wenn Alternativen deutlich verbessert würden. Verkehr zählt für viele Wähler*innen zu den wichtigsten politischen Themen.

Beinhaltet das Gesetz eine Nahverkehrs-Abgabe?

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Nein. Das ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Das Gesetz schafft den notwendigen gesetzlichen Rahmen, damit die Kommunen Bremen und Bremerhaven eine solche einführen können. Diese Entscheidung liegt bei den Kommunen. Wir halten die Einführung einer Umlage als zusätzliches Finanzierungsinstrument für zielführend. Umfragen zeigen, dass sie von der Bevölkerung mehrheitlich gewünscht wird.

Wer soll das bezahlen?

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Der Volksentscheid setzt keine neuen Ausgaben automatisch in Kraft. Er ist ein Rahmengesetz, das Planung, Zielüberprüfung und Verbindlichkeit regelt — nicht einzelne Bauprojekte oder Tarife. Die direkten Mehrkosten beschränken sich auf Planung und Monitoring. Viele Maßnahmen sind ohnehin rechtlich vorgeschrieben und müssen früher oder später umgesetzt werden. Langfristig hilft das Gesetz, Kosten zu senken, weil weniger Autoverkehr Unfall-, Klima- und Gesundheitskosten reduziert. Unmittelbare Kosten für Bürger*innen oder Unternehmen entstehen durch das Gesetz nicht.

Wer steht hinter Einfach Unterwegs?

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Einfach Unterwegs wurde von Fridays For Future und Einfach Einsteigen ins Leben gerufen. Früh angeschlossen haben sich Greenpeace, der Verkehrsclub Deutschland und die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Bremen. Wir sind am Anfang des Bündnisaufbaus und streben ein breites Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, Verbänden und Initiativen an.

Kann ich das Auto weiterhin ganz normal benutzen?

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Ja, natürlich. Der Volksentscheid sorgt für bessere Alternativen, damit ein Umstieg leichter gelingen kann — egal ob permanent oder punktuell. Damit du das Auto stehen lassen kannst, wann immer du möchtest.

Wie ist der Gesetzentwurf entstanden?

Details

Der Gesetzentwurf wird in Kürze hier erläutert.

Wie soll die Umsetzung des Gesetzes finanziert werden?

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Die Finanzierungsstrategie wird in Kürze hier erläutert.